13th March 2009

Schon komisch, wieder ein Amoklauf und einen Tag später schreiben 9 von 10 Leuten nur noch über die Killerspiele und alles andere wird nur nebenher erwähnt.
Wenn man den Politikern (ich verallgemeiner das jetzt einfach mal) glauben darf, ist es heutzutage lebensgefährlich, sich überhaupt in der Nähe Killerspiele-spielender-Menschen aufzuhalten.

Man mag meinen, es geht gar nicht mehr um den Amoklauf selbst, sondern nur um die Tatsache, ob Killerspiele der Auslöser für so ein Verhalten sind.

Sind sie natürlich nicht. Tim K. war, wie auch seine Vorgänger, ein Außenseiter, hatte (wohl aber erst seit Kurzem) psychische Probleme bzw. Depressionen und (das brauche ich eigentlich gar nicht zu recherchieren) Probleme im Elternhaus. Was genau nicht stimmte, ist im Prinzip irrelevant. Das Verhalten, das er gezeigt hat, hat er aber mit Sicherheit nicht von seinen Eltern gelernt. Diese haben offenbar, wie so oft, es versäumt dem Jungen die Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient hätte. Hätten sie dies getan, hätten sie gemerkt, was in ihm vorgeht. Wenn nicht sie dafür Verantwortlich sind, wer dann? Nicht umsonst gilt man erst ab 21 Jahren als “wirklich” volljährig.

Was wäre, wenn der Vater die Waffe nicht frei zugänglich aufbewahrt hätte? Er hätte einen anderen Weg gefunden. Dass dies eine Straftat des Vaters war, steht außer Frage. Eine verschärfung des Waffengesetzes (wie auch immer die aussehen mag) wird die Statistik der Amokläufe in Zukunft aber nicht besser aussehen lassen.

Was wäre, wenn Tim K. kein Counter-Strike (im Radio sagten sie übrigens zuerst GTA) gespielt hätte? Es wäre genau so gelaufen. Killerspiele sind nun mal nicht die einzige Inspiration für eine solche Tat.

Nun gibts es zwei Möglichkeiten damit umzugehen.

Möglichkeit 1: Mehr Verbote (bzgl. dieser Spiele), evtl. eine Filterung des Internets, strengere Kontrollen etc. Hauptsache es wird verhindert, dass Jugendliche Zugang zu derlei, ich nenne es mal wieder, Inspirationen bekommen. Das ist eigentlich sogar reltiv leicht umzusetzen und liegt (das wissen die Politiker) auch im Interesse der breiten Masse. Warum? Weil es der einfachste Weg ist. Sie müssen selber nichts tun und dürfen sich dazu noch beschschweren.

Möglichkeit 2: Die Eltern in die Verantwortung ziehen. Aufklärung seitens der Eltern. Wenn sich die Eltern ausgiebig mit ihrem Kind beschäftigen, kann das Kind auch gerne Killerspiele (Counter-Strike ist sogar ab 16) spielen, ohne dabei seine Mitmenschen in Gefahr zu bringen. Wichtig ist hierbei allerdings auch immer der Kontakt zu Gleichaltrigen, der im Normalfall aber von ganz alleine entsteht, wenn ein geregeltes Elternhaus vorliegt.

Was ist nun aber mit den verantwortungslosen und überforderten Eltern? Staatliche Hilfen? Zu teuer. Kinder kriegen verbieten? Wir haben doch eh schon zu wenig.. Kontrolle, dass nur die Kinder kriegen, die auch “damit” umgehen können? Da sind wir wieder bei der Kontrolle.. Wenn man länger darüber nachdenkt, wird einem klar, warum die Politiker über die Killerspiele herziehen.

This entry was posted on Friday, March 13th, 2009 at 3:13 pm and is filed under /dev/null . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “ “Killerspiele” => Amoklauf? ”

  1. nachgeblogt.de says:
    14th March 2009 3:42 pm

    nachgeblogt.de

    Dort ist ein ganz frisches Interview mit dem Betreiber der Seite krautchan.net “Tsaryu”

  2. fredo76 says:
    26th April 2009 5:42 pm

    IN Killerspielen ist es jedenfalls lebensgefährlich, sich in Deiner Nähe aufzuhalten :)

    Cya fredo76

Leave a Reply

Previous Next Close